|
|
Alle Bewerbungen, die bisher
abgeschickt hatte, waren mit einer Ablehnung oder gar
nicht beantwortet worden. Ich schrieb jeden Tag mehrere
Bewerbungen, suchte alle Inserate aus den Zeitungen heraus
und auch im Internet suchte ich auf vielen Seiten nach
passenden Stellenangeboten.
Meine Anspruchshaltung wurde von
Woche zu Woche geringer und ich machte bei der Art der
Arbeit und auch bei meinen Gehaltsvorstellungen schon
Abstriche.
Die Arbeitsplatzsuche war aber
einfach erfolgreich, obwohl ich mir die größte Mühe gab
und viele Stunden vor dem PC verbrachte, um alle diese
Bewerbungen zu verfassen und abzuschicken.
|
Meine Telefonrechnung war auch schon
sehr angestiegen, weil in der Regel nach zwei, drei Wochen
per Telefon nachfragte, ob meine Bewerbung angekommen ist
und meine Arbeitsplatzsuche erfolgt hätte. Aber auch
dort, wenn ich den passenden Ansprechpartner ans Telefon
bekam, wurde ich vertröstet und gleich eine Ablehnung
mitgeteilt.
Ich wusste nicht mehr, wo ich mich
noch bewerben sollte und mein Selbstbewusstsein ließ auch
langsam zu wünschen übrig. Ich ging kaum noch aus dem
Haus und meine sozialen Kontakte wurden auch immer
weniger.
Eines Tages ging ich durch die
Strassen, weil ich einfach mal raus wollte. Beim
schlendern kam ich an einem Bürohaus vorbei, wo es unten
auch ein schwarzes Brett gab, was ich mehr nebenbei
bemerkte, aber doch zu lesen begann. Ich hatte zwar keinen
kaufmännischen Beruf, aber vielleicht gab es ja auch
andere Stellenangebote, die in diesem Haus gesucht wurden.
Als ich so las, kam ein Mann im Anzug
und stolperte über eine Stufe. Ich half ihn dann die
Akten aufzuheben, die beim Sturz fallen gelassen hatte. Er
sah mich dann an und dann auf das schwarze Brett. Ich
sprach die ganze Zeit ohne wirklich Luft zu holen und er
bedankte sich mehrmals. Er ahnte wohl, was ich da gemacht
hatte und gab mir seine Karte und bestellte mich gegen
Mittag in sein Büro.
Ohne ein Wort für meine
Arbeitsplatzsuche zu schreiben, sollte ich an diesem Tag
einen Arbeitsplatz als Aufsichtsperson in diesem Bürokomplex
bekommen.
Schreiben nützt nicht immer was,
wenn man zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist.
|