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Kinder lernen das Weihnachtsfest als ein sehr freudiges Ereignis
kennen. Hier eine kleine Weihnachtsgeschichte.
Die Weihnachtsgeschichte beginnt mit einem kleinen Kind. Ein kleiner Junge hatte das ganze Jahr über sich immer wieder
die Schaufenster des Eisenbahngeschäfts angeschaut. Jedes mal, wenn
er mit seiner Mutter in die Stadt ging, bat er sie, ihm eines der
kleinen Lokomotiven zu kaufen. Er hatte es so oft bei seinem
Freund gesehen, der es vor zwei Jahren von seinen Eltern zu
Weihnachten geschenkt bekommen hatte. Andere Kinderspielsachen lagen nur noch in den Schränken und wurden schon lange nicht mehr angeschaut.
Er hatte sehr oft damit gespielt und ihn auch immer dazu
eingeladen. Jedes mal machte er seiner Freude Luft, wenn das
Gespräch darauf kam oder wir wieder mal uns gegenseitig die
schönen Erlebnisse vergangener Weihnachtstage erzählten. Er
konnte alles von seinen Eltern bekommen, was er sich wünschte,
nur ich musste immer sehr lange reden und bitten, um meine
Weihnachtswünsche meiner Mutter beizubringen.
Auch diesmal, als wir uns die schönen Auslagen des
Schaufenstern ansehen, sie meinen bittenden Blick sah, schüttelte
sie nur leicht den Kopf. Ich wusste, das sie, seit Papa nicht mehr
bei uns lebte, sehr auf das Geld achten musste. Sie ging von früh
bis spät arbeiten, aber es reichte manchmal einfach nicht. Da mussten
sicher auch dieses Jahr meine Wünsche zu Weihnachten zurück
stehen.
Wir gingen dann auch bald wieder nach Hause. Spät Abends
klingelte das Telefon und als meine Mutter dem Hörer zuhörte,
sah ich sie zum ersten mal nach langer Zeit wieder lächeln, sie
schien auch Tränen in den Augen zu haben. Als sie auflegte, sagte
sie mir, das Ralf, das war mein Freund, mich grüßen ließ. Ich
sagte, danke und ging auf mein Zimmer. Beim einschlafen wurde mir
dieser Gruß erst wieder bewusst. Was hatte meine Mutter mit Ralf
zu tun? Ich kam aber zu keiner Antwort und schlief darüber
ein.
Am nächsten Tag schaute ich gewohnheitsmäßig auf den
Kalender und er zeigte, dass es noch zwei Tage bis Weihnachten
war. Trotz unserer finanzieller Situation gab sich meine Mutter
immer große Mühe, uns die Weihnachtstage so schön wie möglich
zu machen. Es gab immer schönes Essen und auch ein kleines
Geschenk lag immer unter dem Weihnachtsbaum.
Da wir jetzt Ferien hatten, traf ich mich schon Vormittags mit
Ralf. Wir gingen auf einen Spielplatz, den man auch zu Weihnachten
schön geschmückt hatte. Ich hatte das Gefühl, als wenn mein
Freund mir was sagen wollte, aber sich nicht sicher war.
Wieder fiel mir das abendliche Telefongespräch meiner Mutter ein,
aber ich sagte oder fragte ihn nicht. Als wir dann zu ihm gingen,
sah auch seine Mutter mich irgendwie anders an, als sonst. Ich
senkte den Blick, weil ich annahm, sie hatte Mitleid mit mir, weil
sie von unseren Geldsorgen wusste und das mein Weihnachtsgeschenk
auch dieses Jahr wieder etwas klein ausfallen würde.
Die letzten zwei Tage vergingen sehr schnell und als ich an diesem
Morgen auf den Kalender schaute, zeigte er den 24.12. an. Heute
war also Weihnachten. Meine Muter begrüßte mich am
Frühstückstisch und wir überlegten, was wir wohl heute noch so
machen könnten. Sonst gingen wir an diesem Tag nie weg, aber dies
Jahr drängelte sie regelrecht, dass wir noch mal in die Stadt
gehen sollten. Ich hoffte auf ein Wunder in Form einer Eisenbahn
und sagte mit freudigen Augen, ja. Wir gingen aber zu meiner
Überraschung einen ganz anderen Weg. Lange liefen wir scheinbar
ziellos durch die Strassen und gegen Mittag kamen wir wieder zu
Hause an, ohne das wir groß gesprochen hatten. Immer wenn ich zu
meiner Mutter aufsah, machte sie trotz allem, ein lachendes
Gesicht. Mir kam die Sache komisch vor, aber ich war mit meinen
Gedanken woanders.
Als ich nach dem Hände waschen in mein Zimmer wollte, hielt
mich meine Mutter davon ab. Ich sollte ihr beim kochen helfen.
Nach dem Essen klingelte wieder das Telefon und meine Mutter rief
mich, weil es Ralf war, der mich fragte, was ich für ein
Weihnachtsgeschenk bekommen hätte. Da ich noch keins hatte, sagte
ich ihm es und er bat mich, mal in meinem Zimmer zu schauen. Ich
legte den Hörer beiseite und machte meine Zimmertür auf.
Dort lag auf meinem Bett eine riesengroße Kiste auf der ein
Bild von einer Lokomotive zu sehen war. Als ich wieder zum Telefon
wollte, lief ich meine Mutter in die Arme. Wir fielen uns in die
Arme und weinten.
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